Was unterscheidet Psychologie, psychologische Beratung, Psychotherapie und Psychiatrie?

Alle Begriffe beinhalten den Wortstamm Psych- bzw. Psyche. Naturwissenschaftler interpretieren den Begriff Psyche eher funktionell bzw. neurowissenschaftlich, Therapeuten und Philosophen verwenden synonym (d. h. gleichbedeutend) den Begriff der Seele mit der Betonung des inneren Erlebens. Bei welchen Syndromen und Symptomen ist jetzt welche Fachrichtung angezeigt? Darf der Psychotherapeut Depressionen therapieren? Darf der psychologische Berater eine Angststörung diagnostizieren? Führen Psychiater eine Psychotherapie durch? Erfahren Sie mehr: 

 

Psychologie 

ist die Wissenschaft vom (inneren) Erleben und (beobachtbaren) Verhalten des Menschen. Der Psychologe untersucht also diese Bereiche und erstellt z. B. Statistiken über Häufigkeit von Störungen und die Wirksamkeit von Therapien. Der Psychologe hat keine therapeutische Ausbildung und auch keine staatliche Erlaubnis oder Zulassung, seelische Störungen zu diagnostizieren oder zu heilen bzw. zu therapieren.

 

Psychologische Beratung

Hierbei handelt es sich um eine Dienstleistung, die ebenfalls weder Diagnostik noch Heilmethoden umfaßt. Der Psychologische Berater klärt seine Klienten über Möglichkeiten der Behandlung auf und erläutert psychologische Mechanismen. Oftmals arbeitet der psychologische Berater auch mit Angehörigen von Patienten, um das Verständnis für oder den Umgang mit erkrankten Angehörigen zu verbessern.

 

Psychotherapie

Die Psychotherapie ist die eigentliche Behandlung (= Therapie) der Seele, d. h. hier geht es darum, eine erkennbare und beschreibbare Symptomatik einer Person mit Hilfe psychotherapeutischer Verfahren und Methoden (z. B. Psychoanalyse oder Humanistischer Psychotherapie) zu lindern und/oder zu heilen. Der Psychotherapeut (mit staatlicher Approbation) und der Heilpraktiker für Psychotherapie (mit staatlicher Erlaubnis) verfügen über die Qualifikation und die praktische Ausbildung, einen Klienten durch methodische Arbeit bei seinem Wunsch nach Veränderung zu begleiten.

 

Typische Symptome psychischer Störungen sind z. B. Angst, Panik, Zwang, Phobie, Niedergeschlagenheit und Depressivität, Schmerzen ohne körperlichen Befund, Aggressionen, Wut, Traurigkeit, Schlafstörungen und Appetitverlust (ohne körperlichen Befund) und Syndrome wie Burn-out.

 

Alles menschliche Erleben ist psychisch, aber Psychotherapie ist kein Allheilmittel und darf nur bei bestimmten Phänomenen bzw. Symptomen eingesetzt werden. Was genau darunter fällt, wird international durch die WHO (Weltgesundheitsorganisation) ermittelt und laufend dem Forschungsstand angepaßt. So ist z. B. die Psychotherapie bei schweren Depressionen nicht indiziert (= angezeigt), da die Betroffenen nicht erkennbar darauf ansprechen. Die Symptomatik bzw. den Schweregrad einer solchen Störung zu erkennen und zu diagnostizieren und die angeratenen Maßnahmen zu ergreifen (z. B. die Empfehlung an einen Psychiater), fällt hingegen durchaus in den Bereich der Psychotherapie. 

 

Psychiatrie

Die Psychiatrie nähert sich psychischen Problemen von der körperlichen bzw. medizinischen Seite. Der Psychiater ist ein Arzt, der psychische Symptome mit körperlichen Nachweisen verbindet, z. B. eine Depression mit einem gestörten Botenstoffwechsel im Gehirn, und zur Therapie dort ansetzt, oftmals mit Medikamenten (z. B. Antidepressiva und Neuroleptika), manchmal auch operativ. Manche Psychiater sind gleichzeitig auch Psychotherapeuten, oftmals stehen diese Bereiche allerdings auch einander ablehnend gegenüber. Der Psychiater arbeitet üblicherweise in einer (psychiatrischen) Klinik mit stationären Patienten.  

 

Weitere Fragen?

Bitte benachrichtigen Sie mich, wenn Sie weitere Fragen haben! In meiner Praxis für erkenntnisorientierte und Transzendentale Psychotherapie in Berlins Südwesten (Zehlendorf-Nikolassee) stehe ich gerne zu Ihrer Verfügung!  

 

 

 

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